Jugendensemble
Leitung: Silvia Lederer
Tango Sentimentale, Rudolf Würthner
Variazioni in Blue, Jacob de Haan, Arr. Helmut Quakernack
Doppelquartett
Leitung: Jörg Lederer
Sinfonia in B-Dur, Johann Christian Bach, Bearb. Rudolf Würthner
Schweizer Rhapsodie, Rudolf Würthner
Czardas Nr. 1, Vittorio Monti, Bearb.: Hans Rauch
Orchester
Leitung: Jörg Lederer
Der Barbier von Sevilla, G. Rossini, Bearb.: Curt Herold
Nessun Dorma, Giacomo Puccini, Arr.: Hans-J. Rogoll
aus der Oper Turandot
Emotions, Hans-Günter Kölz
Romantic Fantasy
Petersburger Schlittenfahrt, Richard Eilenberg, Bearb. W. Niehues
Von Johann Christian Bach (*1735), G. Rossini (*1792) und G. Puccini (*1858) über Vittorio Monti (*1868) und Rudolf Würthner (*1920) bis zu den zeitgenössischen Komponisten Jacob de Haan und Hans-Günther Kölz die Orchester boten einen eindrucksvollen Querschnitt durch die Musikgeschichte.
Das Jugendensemble unter der Leitung von Silvia Lederer begann mit dem "Tango sentimentale" von Rudolf Würthner, dem großen Komponisten für Akkordeonliteratur aus Trossingen. Rhythmisch und gefühlvoll wurde dieses Stück von den Jugendlichen vorgetragen. Die folgenden "Variazioni in Blue" des zeitgenössischen niederländischen Komponisten Jacob de Haan wurde von Helmut Quakernack für Akkordeonorchester arrangiert. Auch hier zeigte die Jugend, wie präzise und einfühlsam sie ihre Instrumente beherrschen. Mit viel Applaus wurden sie für ihre Beiträge belohnt. Das Doppelquartett unter der Leitung von Jörg Lederer wagte sich nun an die Epoche der Frühklassik. Die "Sinfonia in B-Dur" von Johann Christian Bach lässt den Einfluss dieses Komponisten auf den jungen Mozart hörbar werden und versetzte in die "höfische Zeit". In der "Schweizerischen Rhapsodie", einer Originalkomposition von Rudolf Würthner, wurden alpenländische Effekte wie z.B. das Echo und der Alphornklang sowie schweizerische Volkslieder verarbeitet und von den Spielern klangvoll vorgetragen. Die Wechsel in Vittorio Montis "Czardas Nr. 1" zwischen melancholischen Partien und feurigen Czardasklängen wurden vom Doppelquartett sehr gut gemeistert und ernteten dicken Applaus vom Publikum. Mit der Ouvertüre zu G. Rossinis "Barbier von Sevilla" begann das Orchester unter der Leitung von Jörg Lederer seinen Beitrag. Ganz im Gegensatz zur Uraufführung, die wegen einer gebrochenen Saite, einem gestürzten Musiker und einer über die Bühne laufenden Katze ein Fiasko war, wurde der Vortrag des Orchesters zum vollen Erfolg. Die Arie "Nessun Dorma" aus Puccinis Oper "Turandot" wurde von vielen großen Interpreten wie Luciano Pavarotti, Placido Domingo, Fritz Wunderlich und sogar Ian Gillen vorgetragen und fand seinen Weg in die Akkordeonliteratur in einer Bearbeitung von Hans-J. Rogoll. Fast noch druckfrisch präsentierte sich zum Abschluss die Neukomposition "Emotions" von Hans-Günther Kölz. Das für Akkordeonorchester und Klavier komponierte Werk ist auf zwei Teile angelegt, die durch eine Solo-Kadenz verbunden werden. Im "Allegro" werden polyrhythmische Elemente verarbeitet, Walzerepisoden wechseln mit rhythmischen Effekten bis hin zum Rockgroove ab. Den ruhenden Pol übernimmt dabei das Klavier, das den klanglichen Kontrast zum Akkordeon bildet. Sonja Lederer beherrschte gekonnt den Part am Klavier und die Solo-Kadenz wurde hervorragend vorgetragen von Angelika Maser.
Vor der verdienten Zugabe bedankte sich der Vorsitzende Axel Hamm im Namen aller Spieler beim Publikum. Mit Blumenstrauß und Weinpräsent dankte er den Dirigenten Silvia und Jörg Lederer sowie Herbert Heck und Siegbert May für die Unterstützung mit Schlagzeug und Percussion. Mit der "Petersburger Schlittenfahrt" als Zugabe wünschte das Orchester dem Publikum eine besinnliche Adventszeit.