"El Acordeón del Diablo"

Mittwoch, 17. Juli 2002

Wir hatten die Möglichkeit im kleinen Kommunalen Kino in Weinstadt-Beutelsbach mit ca. 50 Sitzplätze einen Dokumentarfilm über einen der besten kolumbianischen Akkordeonspieler, dem grossen Sänger und Komponisten Pacho Rada, zu sehen. Im Mittelpunkt dieses Films stand ein 93-jähriger Mann, der über sein Leben und sein Akkordeon erzählte.

Schon die Anfangsszene faszinierte. Da saß ein alter Mann in seiner Hängematte vor seiner Holzhütte und erzählte mit einem Enthusiasmus von seinem Leben, dass man wie gebannt vor der Leinwand saß. Er habe als junger Mensch ein Akkordeon erhalten und sich das spielen beigebracht. Das Akkordeon habe sein ganzes Leben und das seiner Familie bestimmt. Er hat es geliebt auf Reisen zu sein und verschiedene Städte und Menschen kennenzulernen. Heute ist er allerdings zu alt um zu Reisen, was ihn jedoch nicht davon abhält jeden Tag auf seinem Akkordeon zu spielen. Wenn er so dasitzt, mit seinem Akkordeon in der Hand und von seinem Leben erzählt glänzen seine Augen und man denkt nicht, dass es sich hier um einen über 90-jährigen handelt.

Akkordeonmusik in Kolumbien ist nicht vergleichbar mit unserer westlichen/europäischen Akkordeonmusik. Dort wird ein Akkordeon nach dem Kauf extra auf die Gesangsstimme des Spielers umgestimmt. Das Akkordeon steht meistens auch im Mittelpunkt einer Kapelle, wenn bei Dorffeste, Hochzeiten oder sonsitgen Familienfeiern aufgespielt wird.

Im Film wurden auch noch andere Akkordeonspieler und ihre Musik vorgestellt. Der Sohn unserer Hauptfigur, der heute noch mit seiner Band von Stadt zu Stadt zieht oder auch zwei junge Spieler, die so virtuos und schnell spielten, dass man sich nicht vorstellen kann, dass ein Mensch so schnell auf einem Akkordeon spielen kann. Einer der beiden Spieler erzählte, dass er ein Tonband von sich aufgenommen hätte und das der Firma Hohner geschickt hätte. Als Antwort kam zurück, dass das kein Mensch sondern ein Computer gespielt haben müsse.

Die Kolumbianer haben eben eine etwas andere, aber dafür sehr mitreißende Art Akkordeon zu spielen.

Carmen Wittmayr